Ausgangslage

In den meisten Online-Plattformen wählen Algorithmen aus, welche Inhalte für Nutzer:innen zu sehen sind und an welcher Stelle sie ausgespielt werden. Oft werden dabei solche Beiträge bevorzugt, die besonders reißerisch sind. Die Algorithmen der Plattformen sorgen damit für Polarisierung und Fragmentierung von Diskursen. Und das hat mitunter drastische Auswirkungen auf die Demokratie.

Dass Algorithmen aber auch anders funktionieren können, zeigt eine Untersuchung der Bertelsmann Stiftung. In der Publikation wird erklärt, dass es auch algorithmische Systeme gibt, die Inhalte nicht nach ihrem Sensationspotenzial, sondern nach ihrer Konsensfähigkeit priorisieren. Solche „bridging based“ Algorithmen gibt es bereits, nur werden sie selten von großen Plattformen eingesetzt. Um die Funktionsweise dieser Algorithmen zu erklären und praktische Beispiele aufzuzeigen, haben wir eine Scrollytelling-Webseite für die Publikation entwickelt.

Interaktions- und Gestaltungskonzept

Um die Untersuchung gut nachvollziehbar und verständlich zu machen, haben wir die Inhalte strukturiert: von der Ausgangslage über das Problem bis hin zur möglichen Alternative und Beispielen aus der Praxis. So werden Nutzer:innen Schritt für Schritt durch das inhaltlich anspruchsvolle Thema geführt. Eine stets sichtbare Navigationsleiste ermöglicht Sprünge zwischen den Bereichen und zeigt immer an, wo man sich auf der Webseite gerade befindet.

Die Gestaltung der Seite nutzt Elemente aus dem Corporate Design der Stiftung und ergänzt diese durch die Visualisierung von algorithmischen Prozessen. Die algorithmische Auswahl und Bewertung von Inhalten werden abstrakt verbildlicht, wobei dieses Konzept stringent über die ganze Seite fortgesetzt wird.

Simulation einer Abstimmung

Im Kern der Publikation steht die Erläuterung der unterschiedlichen algorithmischen Systeme. Nutzer:innen sollen verstehen, dass „bridging based“ Algorithmen Inhalte anders priorisieren als typische Algorithmen der großen Online-Plattformen. Dazu wird das Projekt „Polis“ vorgestellt, das eine konsensorientierte Moderation von Inhalten ermöglicht. Die grundlegende Funktionsweise von Polis wird auf der Webseite nachgebildet – indem Nutzer:innen verschiedene Statements zu einem Thema sehen und diese bewerten müssen. Nach der Bewertung zeigt ein Vergleich auf, wie die Statements von den unterschiedlichen algorithmischen Systemen sortiert würden.

Praxisbeispiele

Zusätzlich können Nutzer:innen der Webseite ihre Auseinandersetzung mit dem Thema durch den Einstieg in zwei Praxisbeispiele vertiefen. Die Vertiefung ist optional – Nutzer:innen können am Ende der Seite über separate Fenster in die Beispiele einsteigen. Hier wird zum einen vorgestellt, wie in Taiwan durch den Einsatz von „Polis“ ein Abstimmungsprozess zur Einführung des Fahrdienstleisters Uber demokratisch moderiert werden konnte. Zum anderen wird das Feature „Kollektive Anmerkungen“ von Twitter/X vorgestellt, das einen konsensorientierten Auswahlprozess für die Veröffentlichung hilfreicher Anmerkungen nutzt.

Zusammenfassung

Auf der Webseite kann das anspruchsvolle Thema gut strukturiert und leicht verständlich dargestellt werden. Nutzer:innen werden schrittweise an das Thema herangeführt und können in kurzer Zeit die wichtigsten Erkenntnisse nachvollziehen. Die optionale Vertiefung bietet die Möglichkeit, sich im Detail mit dem Thema auseinanderzusetzen. Und durch den „Scrollytelling“-Ansatz werden Interaktion und Animation optimal genutzt, um die Publikation übersichtlich und gut verständlich zu gestalten.

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